Arbeitslosenversicherung: Abschluss der Jahresrechnung 2018

Bern, 09.04.2019 – Die Arbeitslosenversicherung schliesst die Jahresrechnung 2018 mit einem Überschuss von 1,17 Milliarden Franken. Somit sinken die Darlehensschulden per Ende 2018 auf 1,1 Milliarden Franken. Die Prognose zur Arbeitsmarktentwicklung lässt erwarten, dass die Arbeitslosenversicherung bis Ende Dezember 2019 vollständig entschuldet werden kann.

Rechnung 2018
Der Ausgleichsfonds der Arbeitslosenversicherung (ALV) schloss das Rechnungsjahr 2018 mit einem Gesamtertrag von 7,86 Milliarden Franken (2017: 7,72) und Gesamtaufwendungen von insgesamt 6,69 Milliarden Franken (2017: 7,32) ab. Der Überschuss betrug 1,17 Milliarden Franken (2017: 401 Millionen). Im Jahresdurchschnitt waren 118’103 Arbeitslose bei der ALV registriert; dies entspricht einer Quote von 2,6% (2017: 143’142; 3,2%). Aufgrund des Überschusses konnten im Jahr 2018 Darlehen von 1,1 Milliarden Franken an die Bundestresorerie zurückbezahlt werden. Somit sinken die Darlehensschulden per Ende 2018 von 2,2 Milliarden Franken auf total 1,1 Milliarden Franken. Die gesetzlich vorgeschriebene Schuldenobergrenze belief sich auf 7,8 Milliarden Franken.

Zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung sind die Revision des Jahresabschlusses durch die Eidgenössische Finanzkontrolle sowie die formelle Genehmigung der Jahresrechnung durch den Bundesrat noch ausstehend.

Budget 2019
Gemäss Budget resultieren 2019 ein Gesamtertrag von 8,00 Milliarden Franken (inkl. 507 Millionen Franken finanzielle Beteiligung des Bundes) und Aufwendungen von insgesamt 6,47 Milliarden Franken. Daraus ergibt sich ein Überschuss von 1,53 Milliarden Franken. Die Arbeitslosenversicherung rechnet für 2019 mit einem Jahresdurchschnitt von 109’200 Arbeitslosen (Quote: 2,4%). Die aktuellen Finanzplandaten basierend auf der Prognose zur Arbeitsmarktentwicklung lassen erwarten, dass der Fonds die restlichen Darlehen von 1,1 Milliarden Franken an die Bundestresorerie zurückzahlen wird und somit bis Ende Dezember 2019 vollständig entschuldet werden kann.

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Schweizer Stellenmarkt legt Anfang 2019 im Vergleich zum Vorjahr nochmals um 7% zu

Zürich, 8. April 2019 – Schweizer Unternehmen schreiben im ersten Quartal 2019 knapp 7% mehr Stellen aus als noch im Vorjahr. Dies zeigt die wissenschaftlich fundierte Erhebung des Adecco Group Swiss Job Market Index des Stellenmarkt-Monitors der Universität Zürich. Alle Regionen legen im Vergleich zum Vorjahr zu, besonders stark die Ostschweiz. Die meisten Berufsgruppen tragen zu diesem Aufschwung bei, nur wenige verharren auf Vorjahresniveau.

Der Adecco Group Swiss Job Market Index nimmt im Frühjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 7% zu, bleibt im Vergleich zum Vorquartal jedoch stabil. «Eine Betrachtung der aktuellsten Entwicklungen zeigt eine weitgehende Stagnation in fast allen Berufsgruppen im Vergleich zum Vorquartal. Es bleibt abzuwarten, wie sich die nächsten Quartale dieses Jahr entwickeln, um abschätzen zu können, ob sich die gedämpften Konjunkturprognosen im Stellenmarkt abbilden», kommentiert Nicole Burth, CEO der Adecco Gruppe Schweiz.
An erster Stelle: Berufe des Unterrichts und der öffentlichen Dienstleistungen mit stärkstem Wachstum

Die Zahl der Stellenausschreibungen aller Berufsgruppen nahm im ersten Quartal 2019 gegenüber dem Frühjahr 2018 zu oder blieb vergleichbar hoch. Wie schon im letzten Quartal zeigen sich deutlich positive Veränderungen in den Berufen des Unterrichts und der öffentlichen Dienstleistungen. Diese Berufsgruppe verzeichnet aktuell ein Plus von 19% im Vergleich zum Frühling des Vorjahres. Beispielsweise werden vermehrt Lehrpersonen und Personen im Erziehungsbereich gesucht; aber auch in den Berufen des Rechts und der Sicherheit werden mehr Stellen ausgeschrieben. «Wir gehen davon aus, dass durch die gestiegene Anzahl schulpflichtiger Kinder mehr Lehrpersonen eingestellt werden müssen, aber auch im vorschulischen und nachobligatorischen Bereich beobachten wir aktuell eine Zunahme der Stellenausschreibungen», fügt Anna von Ow vom Stellenmarkt-Monitor Schweiz an. Auch nahmen im Vergleich zum Frühjahr des letzten Jahres Stellenausschreibungen zu, in denen die Unternehmen nach Berufsleuten aus Management und Organisation suchen (+16%; z.B. mittleres Kader wie Bereichs-, Projektleitende). Zudem ist die Nachfrage nach Informatikfachleuten weiter gestiegen (+13%; z.B. ProgrammiererInnen).

Verhalten positive Entwicklungen lassen sich im Frühjahr 2019 mit einem Anstieg von 5 bis 7% im Vergleich zum entsprechenden Quartal im Vorjahr in den folgenden Berufsgruppen beobachten: Berufe von Bau und Ausbau sowie von Technik und Naturwissenschaften (z.B. Ingenieur- und Technikberufe), Berufe der Gesundheit (z.B. ApothekerInnen, PhysiotherapeutInnen, Hebammen oder ZahnärztInnen), aber auch in den Berufen des Gastgewerbes und der persönlichen Dienstleistungen, wozu beispielsweise Service-, Empfangs- und Küchenpersonal sowie Berufe der öffentlichen Hygiene, der Reinigung sowie sonstiger Dienstleistungen gehören.

50+ auf Regionalen Arbeitsvermittlungszentren

Bern, 01.04.2019 – Bundesrat Guy Parmelin hat sich am 1. April 2019 mit Vertreterinnen und Vertretern von Organisationen 50+ in Bern getroffen. Im Mittelpunkt stand das Thema „Regionale Arbeitsvermittlungszentren“. Der Austausch diente der Vorbereitung der fünften Nationalen Konferenz „ältere Arbeitnehmende“, die am 3. Mai 2019 in Bern stattfinden wird.

Zum ersten Mal hat sich Guy Parmelin in seiner neuen Funktion als Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF), mit Organisationen getroffen, die Betroffene vertreten oder sich spezifisch mit Fragen älterer Arbeitnehmender befassen. Begleitet wurde er von Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit im SECO. Ebenfalls beim Treffen dabei waren Bruno Sauter, Präsident des Verbandes Schweizerischer Arbeitsmarktbehörden(VSAA) und VSAA-Direktorin Ursula Kraft.

Beim Treffen im Bernerhof betonte Bundesrat Parmelin, dass ihm der Einbezug der Betroffenenorganisationen und die offene Diskussion wichtig seien. Er würdigte das grosse Engagement der öffentlichen Arbeitsvermittlung in den Kantonen und im VSAA und zeigte sich überzeugt, dass der Austausch zur Verbesserung der Situation der älteren Stellensuchenden beiträgt.

Kantonales Projekt „Jobjäger“ vorgestellt

Die Vertreter der VSAA gaben einen Überblick über die verschiedenen Strategien und Massnahmen der Kantone für die rasche und dauerhafte Wiedereingliederung von älteren Stellensuchenden und zeigten auf, wie das Angebot der öffentlichen Arbeitsvermittlung im VSAA als starkem Fachverband stetig weiterentwickelt wird. Als ein konkretes Beispiel stellten Vivian Biner, Dienststellenleiter des Arbeitsamtes Schaffhausen, sowie Bruno Büchi, Ressortleiter Arbeitsmarktliche Massnahmen im Arbeitsamt Schaffhausen, das Programm „Jobjäger“ vor. David Fellay, Leiter Arbeitsvermittlung, berichtete exemplarisch über die Beratung, Wiedereingliederung und Vermittlung von älteren Stellensuchenden im Kanton Wallis.

Parlament und Sozialpartner gaben geschlossenes Format vor
Mit der Annahme des Postulates von Ständerat Paul Rechsteiner (SP, SG) hatte das Parlament den Bundesrat beauftragt, eine Nationale Konferenz zum Thema „ältere Arbeitnehmende“ durchzuführen. Am 3. Mai. 2019 findet die fünfte Konferenz statt.

Sie wird gemäss Anliegen von Parlament und Sozialpartnern nach dem Modell der Lehrstellenkonferenz gestaltet: Das heisst, der Teilnehmerkreis ist auf Bund, Kantone und Sozialpartner beschränkt.

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Beratungspraxis der RAV – Strategien und Herausforderungen


Stellensuchende Personen bewegen sich in einem immer komplexeren, sich raschverändernden Arbeitsmarkt. Aufgrund dieser Herausforderung gewinnt im Zuge deraktivierenden Arbeitsmarktpolitik die Beratungstätigkeit in den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) zunehmend an Bedeutung. Dies sind die Ergebnisseeiner Untersuchung der Arbeitsmarktbeobachtung Ostschweiz, Aargau, Zug und Zürich (AMOSA) zur Beratungspraxis in der öffentlichen Arbeitsvermittlung.

Beratung bindet einen Grossteil der personellen Ressourcen und nimmt eine Schlüsselfunktion bei der raschen und nachhaltigen Reintegration betroffener Personen in den Arbeitsmarkt ein. Personalberatende nehmen im Beratungssetting verschiedene Aufgaben wahr. Im Rahmen von regelmässig vereinbarten Beratungsgesprächen prüfen sie den Einsatz arbeitsmarktlicher Massnahmen, nehmen Stellenzuweisungen vor und kontrollieren die Reintegrationsbemühungen der stellensuchenden Personen. Die Interaktion zwischen Beraterin oder Berater und den Stellensuchenden findet hauptsächlich in regelmässigen Beratungsgesprächen statt. Dort werden Standortbestimmungen vorgenommen, Bewerbungskompetenzen gestärkt und gemeinsam zielführende Wiedereingliederungsstrategien festgelegt. AMOSA untersuchte die Beratungspraxis in den RAV anhand von detaillierten Registerdaten des Staatssekretariats für Wirtschaft zu den stellensuchenden Personen und einer repräsentativen Umfrage unter rund 400 Personalberatenden.

Hohe Dynamik der Beratungspraxis

Die Beratungspraxis ist in einem stetigen Entwicklungsprozess und passt sich laufend den
Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt an. Dabei spielen konjunkturelle Entwicklungen und vom Bund vorgegebene institutionelle Anpassungen ebenso eine Rolle wie strategische Entscheide in den kantonalen Arbeitsmarktorganisationen oder die Struktur und Segmentierung der stellensuchenden Personen. So stieg beispielsweise die Beratungskadenz in einem Umfeld von konjunkturell bedingten steigenden Stellensuchendenzahlen von rund 30 Kalendertagen im Jahr 2010 auf rund eineinhalb Monate im Jahr 2016. Innerhalb des gesetzlichen Rahmens nutzen die Kantone jedoch ihren Spielraum bei Ausgestaltung ihrer Beratungspraxis im Einklang mit deren Strategien und Rahmenbedingungen.

Beratung und Kontrolle als komplexes Spannungsfeld

Die Beratung der öffentlichen Arbeitsvermittlung, deren Rahmen durch das Arbeitslosenversicherungsgesetz vorgegeben ist, findet in einem komplexen Spannungsfeld zwischen individueller Beratung und Kontrolle statt. Dies bedeutet, eine individuelle auf die Bedürfnisse der stellensuchenden Personen ausgerichtete professionelle Beratung sicherzustellen während gleichzeitig Pflichten eingefordert und Zielkonflikte vermieden werden müssen. Beraterinnen und Berater sind mit diesen Herausforderungen laufend konfrontiert – im individuellen Verlauf einer Arbeitslosigkeit und mit jeder stellensuchenden Person von neuem. Eine Schlüsselfunktion nimmt die Übereinstimmung von Beratungszielen, Wiedereingliederungsstrategien und gegenseitiger Akzeptanz ein. Gelingt es dem Berater auf Basis einer professionellen Arbeitsbeziehung Bewerbungskompetenzen zu fördern und Instrumente der Arbeitslosenversicherung wie arbeitsmarktliche Massnahmen oder Zuweisungen gezielt einzusetzen, sind die Erfolgschancen für eine nachhaltige Reintegration am besten.

Ausbildungs- und Erwerbsbiographien als Herausforderung

Ein besonderes Augenmerk wurde auf die Herausforderungen im Berufsalltag der Beraterinnen und Berater gelegt, welche wesentlich von der betrachteten Zielgruppe abhängen. Die zunehmend relevante Gruppe hochqualifizierter Stellensuchender stellt hohe Ansprüche an die Beraterinnen und Berater. Hier gilt es vorhandene Fähigkeiten und vertieftes Know-how rasch zu erkennen und zu aktivieren. Da Hochqualifizierte vor ihrer Stellensuche häufig fest im Arbeitsleben verankert waren und mit den aktuellen Bewerbungspraktiken nicht immer vertraut sind, gilt es deren Bewerbungskompetenzen rasch zu optimieren. Den Personalberatenden steht dabei ein vergleichsweise knappes Angebot an arbeitsmarktlichen Massnahmen zu Verfügung, welches jedoch laufend ausgebaut und den Bedürfnissen angepasst wird. Bei geringqualifizierten Stellensuchenden stehen hingegen oft eher fehlende Ausbildungsmöglichkeiten und das geringe Angebot offener Stellen mit niedrigen Qualifikationsanforderungen im Fokus.

Generell zeigt sich, dass die Ausbildungsbiographien und beruflichen Werdegänge von stellensuchenden Personen immer vielfältiger werden. Dies stellt höchste Anforderungen an die Beraterinnen und Berater der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) und übersteigt immer öfter den eigentlichen Kernauftrag der öffentlichen Arbeitsvermittlung. Basierend auf den Studienergebnissen unterstützt AMOSA die Kantone auch über das Projektende hinaus bei der weiteren Optimierung ihrer Wiedereingliederungsstrategien. Dabei kommt dem Wissenstransfer der Ergebnisse eine besondere Bedeutung zu.

Die Studie «Beratungspraxis der RAV – Strategien und Herausforderungen» kann ab dem 25. März 2019 heruntergeladen werden unter www.amosa.net oder als Druckversion gratis bestellt werden.

Mehr zum Thema

Was ist AMOSA?

Ausgehend von der Erkenntnis, dass der Arbeitsmarkt keine Kantonsgrenzen kennt, haben sich die Arbeitsmarktbehörden der Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Glarus, Graubünden, Schaffhausen, St. Gallen, Thurgau, Zug und Zürich zur gemeinsamen Arbeitsmarktbeobachtung AMOSA zusammengeschlossen. Diese untersucht praxisbezogene Fragestellungen aus dem Arbeitsmarkt wissenschaftlich. Basierend auf den Ergebnissen erarbeitet AMOSA gemeinsam mit den Kantonen zielführende Massnahmen. Vertiefende Informationen zu den Studienergebnissen finden sich ab dem 25. März 2019 unter www.amosa.net

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Lohnbuch Schweiz 2019

Das «Lohnbuch Schweiz 2019» gibt einen umfassenden Überblick zu orts-, berufs- und branchenüblichen Löhnen sowie Mindestlöhnen in der Schweiz.

Alle Löhne der Schweiz auf einen Blick

Das «Lohnbuch Schweiz 2019» des Amtes für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich gibt einen umfassenden Überblick zu orts-, berufs- und branchenüblichen Löhnen sowie Mindestlöhnen in der Schweiz.

Der diesjährige Gastbeitrag stammt von Dr. Michael Siegenthaler und Dr. Alexander Rathke von der Konjunkturforschungsstelle der ETH zum Thema «Reallöhne in der Schweiz: Auf fette folgen magere Jahre».

Lohnbuch Schweiz 2019
Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich, 768 Seiten, Orell Füssli Verlag, Zürich

ISBN 978-3-280-05701-8

Wertvolle BerechnungsgrundlageDieses Nachschlagewerk ist einzigartig in der Schweiz und bietet auf 768 Seiten einen umfassenden Überblick über mehr als 9’400 in der Schweiz gültige Branchen-, Berufs- und Mindestlöhne. Die Lohnangaben stammen aus Gesamtarbeitsverträgen sowie Empfehlungen und Statistiken schweizerischer Berufs- und Arbeitgeberverbände. Korrelationstabellen erlauben für die verschiedenen Branchen eine optimale Anpassung an Ortsüblichkeiten der Schweizer Grossregionen. Die Definition der Löhne wird den Lesern durch das Lohnbuch nicht vorweggenommen, sondern diese erhalten hierzu eine hilfreiche, wertvolle Berechnungsgrundlage. Es liefert die Basis, um faire Lohnbedingungen zu fördern und Unterbietungen der Löhne entgegenzuwirken. Dank der Initiative des Kantons Zürich und einer interkantonalen Zusammenarbeit liegt es nun vor – mit benutzerfreundlichem neuem Konzept: das Standardwerk für die ganze Schweiz.

Bestellung Lohnbuch Schweiz 2019

Das Lohnbuch Schweiz 2019 kann beim Orell Füssli Verlag bestellt werden. Dies gilt für die Print-, sowie die e-Version. Das Lohnbuch wird nicht durch das Amt für Wirtschaft und Arbeit Kanton Zürich vertrieben.

Wichtig zu wissen:
Die bereits gekauften, älteren elektronischen Versionen des E-Lohnbuches stehen der Benutzerin und dem Benutzer immer noch zur Verfügung.

Noch wenig Frauen in medizinischen Kaderpositionen


Im vergangenen Jahr waren in der Schweiz gemäss FMH-Ärztestatistik insgesamt 37’525 Ärztinnen und Ärzte berufstätig. Das sind 625 Ärztinnen und Ärzte mehr als im Vorjahr. Im ambulanten Sektor ist die Ärzteschaft durchschnittlich zehn Jahre älter als ihr Kollegium im stationären Sektor. Durchschnittlich arbeiten in der Schweiz pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner 4,4 Ärztinnen und Ärzte. Der Anteil ausländischer Arbeitskräfte hat weiter zugenommen und beträgt neu 35,4 Prozent. Bei der Ärzteschaft unter 45 Jahren sind Frauen bereits in der Mehrheit.

37’525 Ärztinnen und Ärzte waren 2018 gemäss Ärztestatistik der FMH in der Schweiz berufstätig – 21’543 Männer und 15’982 Frauen. Letztere holen weiter auf: 2017 waren im Bereich Humanmedizin 4668 Studierende im Bachelorstudiengang eingeschrieben (1745 Männer, 2923 Frauen), im Masterstudiengang waren es 3246 Studentinnen und Studenten (1397 Männer, 1849 Frauen). 1434 Ärztinnen und Ärzte haben 2018 einen eidgenössischen Facharzttitel erworben.

Demographische Struktur der Ärzteschaft
Im Vergleich zum Vorjahr hat die Gesamtzahl der Ärztinnen und Ärzte um 625 Personen zugenommen. Fast die Hälfte – 17’609 Ärztinnen und Ärzte – sind inzwischen hauptberuflich im stationären Sektor tätig. Im ambulanten Bereich sind es 19’331 Ärztinnen und Ärzte.

Das durchschnittliche Alter der Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz lag 2018 bei 49,6 Jahren. In der Alterskategorie 30-39 Jahre liegt der Frauenanteil bei 59,6%, bei den 40-49-jährigen Ärztinnen und Ärzten bei 48,3 Prozent, bei den 50-59-Jährigen bei 37,7 Prozent und bei der über 60-jährigen Ärzteschaft bei 24,2 Prozent.

Im Praxissektor ist die Ärzteschaft durchschnittlich zehn Jahre älter als ihr Kollegium im Spitalsektor. Dieser Altersunterschied ist insbesondere auf die Weiterbildung der assistierenden Ärztinnen und Ärzte zurückzuführen, die vorwiegend im Spital absolviert wird. Assistenzärztinnen und Assistenzärzte sind im stationären Bereich durchschnittlich 34,5 Jahre alt, Leitende Ärztinnen und Ärzte 50 Jahre und Chefärztinnen und Chefärzte 55,1 Jahre.

Die durchschnittliche Ärztedichte lag in der Schweiz 2017 bei 4,4 Ärztinnen und Ärzten pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner. Damit ist die Ärztedichte in der Schweiz vergleichbar mit den Ärztedichten der Nachbarländer (Deutschland 4,2, Österreich 5,1, Frankreich 3,2, Italien 4,0).

Fachgebiete und Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland
Das häufigste Fachgebiet der berufstätigen Ärzteschaft ist mit 22,1 Prozent die «Allgemeine Innere Medizin». Auf weiteren Rängen folgen «Psychiatrie und Psychotherapie» (10,2 Prozent), «Gynäkologie und Geburtshilfe» (5,1 Prozent), «Kinder- und Jugendmedizin» (5,0 Prozent) sowie die «Anästhesiologie» (4,1 Prozent). In den generalistischen Fachgebieten «Allgemeine Innere Medizin», «Kinder- und Jugendmedizin» und «Praktischer Arzt» betrug der Anteil der Titelerteilungen im vergangenen Jahr 37,5 Prozent.

35,4 Prozent der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz (13’266 Personen) stammten 2018 aus dem Ausland bzw. haben ihr Medizinstudium im Ausland abgeschlossen. Im Vergleich zum Vorjahr ist ihr Anteil um 1,3 Prozent von 34,1 auf 35,4 Prozent angestiegen (Praxissektor: 31,1 Prozent, Spitalsektor: 39,9 Prozent). Der Grossteil der ausländischen ärztlichen Fachkräfte stammt aus Deutschland (53,8 Prozent), gefolgt von Italien (8,8 Prozent), Frankreich (6,7 Prozent) und Österreich (6,1 Prozent).
Tätigkeitsbereiche

Das durchschnittliche Arbeitspensum der Ärzteschaft in der Schweiz ist im Vergleich zum Jahr 2008 von 9,0 Halbtagen auf 8,8 Halbtage pro Woche gesunken (1 Halbtag = 5,5 Std.).

Von den 19’331 Ärztinnen und Ärzten im Praxissektor sind 81,8 Prozent Praxisinhabende oder Praxisteilhabende. 5,3 Prozent sind als Praxisassistierende oder als Fachärztin oder Facharzt angestellt. Im Spitalsektor bilden die Assistenzärzte in Weiterbildung mit rund 52,8 Prozent die grösste Gruppe. Erwartungsgemäss reduziert sich die Anzahl Ärztinnen und Ärzte mit steigender Hierarchiestufe.

So sind im Spitalsektor 18,7 Prozent der Ärzteschaft als Oberärztin oder Oberarzt tätig, 12,2 Prozent als Leitende Ärztin oder Leitender Arzt und 8,8 Prozent als Chefärztin oder Chefarzt. Der Frauenanteil liegt bei den Assistenzärztinnen und Assistenzärzten bei 58,6 Prozent, auf Oberarztstufe bei 47,9 Prozent, bei der leitenden Ärzteschaft bei 24,5 Prozent und auf Chefarztebene bei 12,4 Prozent.

Frühlingshafte Entspannung am Arbeitsmarkt im Kanton Zürich

Im Februar sank die Zahl der Arbeitslosen und Stellensuchenden: Neben saisonalen Effekten aufgrund frühlingshafter Temperaturen ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit zu einem guten Teil auf konjunkturelle Einflüsse zurückzuführen. Die Arbeitslosenquote stagnierte bei 2,5 Prozent.

20‘153 Personen waren Ende Februar bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) des Kantons Zürich als arbeitslos gemeldet, 495 weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote verharrte auf dem Vormonatsniveau bei 2,5 Prozent.
Saisonale Effekte setzen früh ein

Die im Februar unüblich warmen Temperaturen dürften die im Frühling einsetzende Entwicklung in saisonal geprägten Branchen etwas vorgezogen haben. Bedeutende Abnahmen der Arbeitslosigkeit verzeichneten das Baugewerbe (-155), das Gastgewerbe (-64) oder die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (-38), zu welchen auch die Temporärarbeit gehört.

Neben diesen saisonalen Bewegungen fällt der Rückgang bei den kaufmännischen und administrativen Berufen (-80) im Februar auf. Der seit Ende 2016 anhaltende Rückgang in dieser Berufsgruppe dürfte einerseits auf die noch gute konjunkturelle Lage zurückzuführen sein. Andererseits könnte auch der Druck zur beruflichen Umorientierung oder Weiterbildung der betreffenden Personen mit dem Ende der Bezugsperiode von Arbeitslosenunterstützung zunehmen. Die Arbeitslosigkeit in der Berufsgruppe der Unternehmer, Direktoren und leitenden Beamten reduzierte sich im Februar um 47. Im Wirtschaftszweig Information und Kommunikation zeigte sich ebenfalls eine leichte Entspannung (-31).

Die Zürcher Wirtschaft kühlt sich derzeit leicht ab und die meisten Branchen vermelden gemäss der KOF Konjunkturforschungsstelle eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage, insbesondere die Banken, verschiedene Dienstleistungen und die Industrie. Diese Abkühlung dürfte jedoch nur vorübergehend sein, denn insgesamt ist die wirtschaftliche Verfassung weiterhin gut.

Arbeitszufriedenheit – Medikamente – Gesundheitsbefragung

28.02.2019 – Die Hälfte der Schweizer Bevölkerung ab 15 Jahren nimmt über einen Zeitraum von sieben Tagen mindestens ein Medikament ein. Dies geht aus den Standardtabellen zur Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2017 des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor. Im Vergleich zu früheren Befragungen ist dieser Wert angestiegen. Immer mehr Leute greifen auf komplementärmedizinische Leistungen zurück. 29% haben diese 2017 nachgefragt, wobei die Inanspruchnahme in der französischsprachigen Schweiz weiterverbreitet ist als in der deutsch- oder italienischsprachigen Schweiz.

Die grosse Mehrheit der Bevölkerung schätzt ihre Gesundheit (85%) und ihre Lebensqualität (92%) als gut oder sehr gut ein. Trotzdem ist ein Drittel durch chronische Krankheiten beeinträchtigt. Risikofaktoren für Herz-Kreislaufkrankheiten wie Bluthochdruck, zu hoher Cholesterinspiegel, Diabetes oder Adipositas haben in den letzten 25 Jahren an Bedeutung gewonnen.

Medikamentenkonsum steigt mit zunehmendem Alter

Der Medikamentenkonsum ist im Laufe der Zeit deutlich angestiegen: Wo 1992 noch 38% der Bevölkerung ab 15 Jahren in einem Zeitraum von sieben Tagen mindestens ein Medikament eingenommen hatten, so waren es 2017 bereits 50%. Frauen (55%) nehmen häufiger Medikamente ein als Männer (45%). Der Anteil steigt mit zunehmendem Alter an und erreicht bei Personen ab 75 Jahren einen Wert von 84%.

Jede vierte Person nimmt wöchentlich Schmerzmittel zu sich

Am meisten konsumiert werden Schmerzmittel. 24% der Bevölkerung haben im Jahr 2017 in den sieben Tagen vor dem Befragungszeitpunkt ein Schmerzmittel eingenommen. Weit verbreitet sind zudem Mittel gegen die Risiken von Herz-Kreislaufkrankheiten. So wurden Medikamente gegen Bluthochdruck von 16% der Bevölkerung eingenommen, Mittel gegen zu hohes Cholesterin wurden von 8% und solche für das Herz von 7% verwendet. Schlaf-, Beruhigungsmittel und Antidepressiva wurden von jeweils rund 5% konsumiert.

Die Benützung von Medikamenten gegen Bluthochdruck oder Cholesterin hat insbesondere im Zeitraum von 2002 bis 2012 zugenommen. Der Konsum von Schmerzmitteln hat sich gegenüber 1992 gar verdoppelt. Der Einsatz von Psychopharmaka ist dagegen weitgehend konstant geblieben – mit Ausnahme von Antidepressiva; deren Einsatz ist seit 2007 am Steigen.

Mehr Komplementärmedizin in der Westschweiz

29% der Bevölkerung machen im Laufe eines Jahres Gebrauch von zumindest einer komplementärmedizi-nischen Behandlung wie Akupunktur, chinesischer Medizin, Homöopathie oder Osteopathie. Die Inan-spruchnahme von Komplementärmedizin nimmt seit 2002 (16%) kontinuierlich zu. Frauen nutzen diese häufiger als Männer (37% gegenüber 21%) und Personen mit hoher Schulbildung öfters als Personen mit nur obligatorischem Schulabschluss (34% gegenüber 18%).

Die Einwohnerinnen und Einwohner der französischsprachigen Schweiz (38%) greifen öfter auf komplementärmedizinische Behandlungen zurück als die der deutschen (26%) und italienischen (23%) Sprachregion. Besonders deutlich sind die Unterschiede bei der Osteopathie, welche in der französischen Schweiz von 21% benützt wird, in der deutschen und italienischen Schweiz jedoch nur von 6% resp. 5%.

Work-life-Balance wichtig für Arbeitszufriedenheit

Einen wichtigen Einfluss auf die Gesundheit hat das Erwerbsleben. Rund drei Viertel der Erwerbstätigen in der Schweiz sind mit ihrer Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden (73%). Die Arbeitszufriedenheit hängt insbesondere von den Arbeitsbedingungen und der Arbeitsorganisation ab. Zentrale Indikatoren hierfür sind die Unterstützung von Vorgesetzten sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Jeweils 9% der Erwerbstätigen geben an, Probleme damit zu haben, Beruf und Familie vereinbaren zu können oder selten bis nie Unterstützung durch ihre Vorgesetzten zu erfahren.

Hohe Beanspruchung im beruflichen Leben kann zu gesundheitlichen und psychischen Belastungen beitragen: 20% der Erwerbstätigen erleben immer oder meistens Stress bei der Arbeit und 19% stimmen eher oder vollständig der Aussage zu, sich bei der Arbeit emotional verbraucht zu fühlen. Zudem haben 15% Angst vor Arbeitsplatzverlust.

86 Standardtabellen zur Gesundheitsbefragung jetzt verfügbar

Die Standardtabellen zur Schweizerischen Gesundheitsbefragung stehen ab dem 28. Februar 2019 online zur Verfügung. Sie sind ein wichtiges Nachschlagewerk für Kennzahlen zum Gesundheitsverhalten, zum Gesundheitszustand, zur Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen und der Präventivmedizin sowie zu sozialen Ressourcen und Lebens- und Arbeitsbedingungen. Die 86 Tabellen sind aufgeschlüsselt nach Geschlecht, Alter, Bildung, Nationalität, Sprach- und Grossregionen sowie nach Erhebungsjahr.

Über 22 000 Personen befragt

2017 wurden in der Schweiz 22 134 Personen zu ihrem Gesundheitszustand und Gesundheitsverhalten befragt. Die Schweizerische Gesundheitsbefragung findet seit 1992 alle fünf Jahre statt. Die kontinuierliche Durchführung erlaubt es, dass die Gesundheit der Bevölkerung über 25 Jahre hinweg beobachtet werden kann.

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Arbeitsinspektion in Zürich neu unter einem Dach

Seit Anfang Januar 2019 ist neu das kantonale Arbeitsinspektorat für einen Grossteil der Bewilligungs- und Kontrollverfahren im Kanton und in den Städten Zürich und Winterthur zuständig. Diese Konsolidierung ermöglicht die Bündelung von Fachwissen und stellt ein einheitliches Vorgehen sicher. Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat, ein entsprechendes Postulat als erledigt abzuschreiben.

Das im Amt für Wirtschaft und Arbeit angesiedelte kantonale Arbeitsinspektorat wurde im Verlauf von 2018 mit den Arbeitsinspektoraten der Städte Zürich und Winterthur zusammengeführt. Anstoss war das Postulat betreffend Bildung eines einheitlichen Arbeitsinspektorates für den Kanton Zürich und Auflösung der städtischen Arbeitsinspektorate Zürich und Winterthur im Kantonsrat. Eine Mehrheit hatte dieses im Oktober 2017 überwiesen.

Vereinfachung für Unternehmen

Per kantonaler Verordnung zum Arbeitsgesetz ist die zuständige Volkswirtschaftsdirektion ermächtigt, Vollzugsarbeiten, welche das Arbeitsrecht betreffen, an die Städte Zürich und Winterthur zu delegieren. Ein erster Leistungsauftrag erfolgte im Jahre 1966. Seither hat sich Zürich vom grossen Industriestandort zu einem starken Dienstleistungsstandort gewandelt. Auch haben sich die entsprechenden Bundesgesetze verändert. Der Vollzug des Arbeitsgesetzes ist komplexer und anspruchsvoller geworden, wodurch die kantonalen Arbeitsinspektorate vermehrt auch in Zürich und Winterthur eingebunden worden sind. Für ein Unternehmen bedeutete die bisherige Regelung, dass es je nach Anliegen und Standort bis zu fünf verschiedene Amtsstellen zu kontaktieren hatte. Die Dreiteilung der Arbeitsinspektorate war nicht mehr zeitgemäss, brachte einen Koordinationsaufwand für die Betriebe und den Kanton und verursachte dadurch höhere Kosten ohne nennenswerten Nutzen. Neu können die Kunden nahezu alle Dienstleistungen aus einer Hand beziehen, so dass die Verfahren effizienter abgewickelt werden können. Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh meint dazu: «Mit der Umsetzung des Postulats erhalten die Betriebe einen einheitlichen Ansprechpartner. Dies vereinfacht den administrativen Aufwand für Unternehmerinnen und Unternehmer».

Konstruktive Zusammenarbeit zwischen Kanton und Städten

Aus diesen Gründen hat sich der Regierungsrat bereit erklärt, das Postulat entgegenzunehmen und die darin geforderte Zusammenführung der Arbeitsinspektorate umzusetzen. Nachdem das Postulat im Kantonsrat überwiesen wurde, kündigte die Volkswirtschaftsdirektion den Leistungsauftrag an die beiden Städte Zürich und Winterthur per 31. Dezember 2018. Die beiden Städte waren eng in die Umsetzung miteinbezogen.

Der Übergang konnte dank der konstruktiven Zusammenarbeit zeitnah auf den 1. Januar 2019 vollzogen werden. Die Mitarbeitenden der städtischen Arbeitsinspektionen wurden in die kantonale Verwaltung integriert. Wenige Ausnahmen, wie etwa Gesuche im Rahmen von Grossanlässen wie dem «Züri Fäscht» oder der «Street Parade» bleiben zumindest in einer ersten Phase in der Zuständigkeit der Stadt Zürich. Diese Anlässe benötigen Bewilligungen von mehreren städtischen Stellen. Somit bleibt für diese Ausnahmen weiterhin nur eine Behörde Ansprechpartner für die Gesuchsteller.

Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat, das Postulat betreffend Bildung eines einheitlichen Arbeitsinspektorates für den Kanton Zürich und Auflösung der städtischen Arbeitsinspektorate Zürich und Winterthur als erledigt abzuschreiben.

Schweizerische Arbeitskräfteerhebung, Erwerbslosenquote gemäss ILO liegt bei 4,6%

Schweizerische Arbeitskräfteerhebung im 4. Quartal 2018: Arbeitsangebot 4. Quartal 2018: Erwerbstätigenzahl steigt um 0,8%, Erwerbslosenquote gemäss ILO liegt bei 4,6%

14.02.2019 – Die Zahl der Erwerbstätigen in der Schweiz nahm zwischen dem 4. Quartal 2017 und dem 4. Quartal 2018 um 0,8% zu. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich die Erwerbslosenquote gemäss Definition des Internationalen Arbeitsamtes (ILO) um 0,1 Prozentpunkte und lag bei 4,6%. In der Europäischen Union (EU) ging die Erwerbslosenquote von 7,3% auf 6,6% zurück. Dies geht aus der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) hervor.

In der Schweiz waren im 4. Quartal 2018 insgesamt 5,086 Millionen Personen erwerbstätig, das sind 0,8% mehr als im 4. Quartal 2017. Die Zahl der erwerbstätigen Männer stieg um 0,7%, jene der erwerbstätigen Frauen um 1,0%. In Vollzeitäquivalenten (VZÄ) betrug der Anstieg im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal bei den Männern wie auch bei den Frauen 0,7%. Saisonbereinigt gingen sowohl die Erwerbstätigenzahl als auch die Anzahl VZÄ zwischen dem 3. und dem 4. Quartal 2018 leicht zurück (–0,1%).

Schweizerische und ausländische Arbeitskräfte

Zwischen dem 4. Quartal 2017 und dem 4. Quartal 2018 stieg die Zahl der ausländischen Arbeitskräfte um 2,9%, während jene der schweizerischen Erwerbstätigen um 0,1% leicht zurückging. Unter den ausländischen Erwerbstätigen war die Zunahme bei den Personen mit einer Aufenthaltsbewilligung (Ausweis B oder L, seit mindestens zwölf Monaten in der Schweiz) am stärksten (+4,9%). Darauf folgten die Personen mit einer Niederlassungsbewilligung (Ausweis C: +3,3%). Die Zahl der Erwerbstätigen mit Kurzaufenthaltsbewilligung (Ausweis L, seit weniger als zwölf Monaten in der Schweiz: –0,1%) und jene der Grenzgängerinnen und Grenzgänger (Ausweis G: –0,7%) gingen hingegen zurück.

Erwerbslosigkeit in der Schweiz und in Europa

Im 4. Quartal 2018 waren in der Schweiz gemäss Definition des Internationalen Arbeitsamtes (ILO) 227 000 Personen erwerbslos. Dies sind rund 4 000 mehr als ein Jahr zuvor. Der Anteil der Erwerbslosen an der Erwerbsbevölkerung lag bei 4,6% und damit etwas höher als im 4. Quartal 2017 (4,5%; +0,1 Prozentpunkte). Saisonbereinigt erhöhte sich die Erwerbslosenquote gegenüber dem vorangehenden Quartal von 4,3% auf 4,9%. Zwischen dem 4. Quartal 2017 und dem 4. Quartal 2018 verringerte sich die Erwerbslosenquote sowohl in der Europäischen Union (EU28: von 7,3% auf 6,6%) als auch in der Eurozone (EZ19: von 8,7% auf 8,0%). 

Jugenderwerbslosigkeit

In der Schweiz stieg die Jugenderwerbslosenquote (15- bis 24-Jährige) gemäss ILO zwischen dem 4. Quartal 2017 und dem 4. Quartal 2018 von 6,9% auf 7,3% an. Im selben Zeitraum sank die Jugenderwerbslosenquote sowohl in der Europäischen Union (EU28: von 16,2% auf 14,7%) als auch in der Eurozone (EZ19: von 18,0% auf 16,6%).

Erwerbslosigkeit nach verschiedenen Merkmalen

Die Erwerbslosenquote gemäss ILO blieb zwischen dem 4. Quartal 2017 und dem 4. Quartal 2018 bei den 25- bis 49-Jährigen sowie bei den 50- bis 64-Jährigen unverändert (4,6% bzw. 3,9%). Bei den Männern war ein Rückgang (von 4,3% auf 4,1%) und bei den Frauen eine Erhöhung (von 4,9% auf 5,1%) zu verzeichnen. Die Höhe der Erwerbslosigkeit blieb bei den Ausländerinnen und Ausländern (7,5% im 4. Quartal 2017 und im 4. Quartal 2018) und bei den Schweizer Staatsangehörigen (3,5%) ebenfalls stabil. Im 4. Quartal 2018 betrug die Erwerbslosenquote gemäss ILO bei den EU28-/EFTA-Staatsangehörigen 5,5% und bei den Staatsangehörigen aus Drittstaaten 12,3%.

Dauer der Erwerbslosigkeit

Zwischen dem 4. Quartal 2017 und dem 4. Quartal 2018 erhöhte sich die Zahl der Langzeiterwerbslosen gemäss ILO (ein Jahr oder länger erwerbslos) von 84 000 auf 93 000. Der Anteil der Langzeiterwerbslosen an allen Erwerbslosen nahm zu (von 37,6% auf 41,0%). Die Mediandauer der Erwerbslosigkeit stieg von 212 auf 249 Tage.

Teilzeitarbeit und Unterbeschäftigung

Die Zahl der Teilzeiterwerbstätigen belief sich im 4. Quartal 2018 auf 1,738 Millionen (+26 000 im Vergleich zum 4. Quartal 2017). Darunter befanden sich 357 000 Unterbeschäftigte, d.h. Personen, die mehr arbeiten möchten und kurzfristig verfügbar sind. Die Unterbeschäftigungsquote betrug im 4. Quartal 2018 insgesamt 7,2% und lag damit tiefer als im 4. Quartal 2017 (7,5%).

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