Die Lage auf dem Arbeitsmarkt in der Schweiz im Mai 2019

Bern, 07.06.2019 – Registrierte Arbeitslosigkeit im Mai 2019 – Gemäss den Erhebungen des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) waren Ende Mai 2019 101’370 Arbeitslose bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) eingeschrieben, 5’928 weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank damit von 2,4% im April 2019 auf 2,3% im Berichtsmonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 8’022 Personen (-7,3%).

Jugendarbeitslosigkeit im Mai 2019
Die Jugendarbeitslosigkeit (15- bis 24-Jährige) verringerte sich um 612 Personen (-5,7%) auf 10’049. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht dies einem Rückgang um 852 Personen (-7,8%).

Arbeitslose 50 und mehr im Mai 2019
Die Anzahl der Arbeitslosen 50 und mehr verringerte sich um 1’475 Personen (-4,8%) auf 29’175. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht dies einer Abnahme um 2’855 Personen (-8,9%).

Stellensuchende im Mai 2019
Insgesamt wurden 176’128 Stellensuchende registriert, 7’421 weniger als im Vormonat. Gegenüber der Vorjahresperiode sank diese Zahl damit um 9’339 Personen (-5,0%).

Gemeldete offene Stellen im Mai 2019
Auf den 1. Juli 2018 wurde die Stellenmeldepflicht für Berufsarten mit einer Arbeitslosenquote von mindestens 8% schweizweit eingeführt. Die Zahl der bei den RAV gemeldeten offenen Stellen verringerte sich im Mai um 568 auf 37’390 Stellen. Von den 37’390 Stellen unterlagen 22’544 Stellen der Meldepflicht.

Abgerechnete Kurzarbeit im März 2019
Im März 2019 waren 706 Personen von Kurzarbeit betroffen, 54 Personen weniger (-7,1%) als im Vormonat. Die Anzahl der betroffenen Betriebe blieb unverändert bei 66 Einheiten. Die ausgefallenen Arbeitsstunden nahmen um 2’507 (-5,2%) auf 46’157 Stunden ab. In der entsprechenden Vorjahresperiode (März 2018) waren 88’489 Ausfallstunden registriert worden, welche sich auf 1’504 Personen in 150 Betrieben verteilt hatten.

Aussteuerungen im März 2019
Gemäss vorläufigen Angaben der Arbeitslosenversicherungskassen belief sich die Zahl der Personen, welche ihr Recht auf Arbeitslosenentschädigung im Verlauf des Monats März 2019 ausgeschöpft hatten, auf 2’234 Personen.

Wirkungsvolle Arbeitsmarktkontrollen im Kanton Zürich

Im Kanton Zürich werden Verstösse gegen die minimalen Arbeits- und Lohnbedingungen sowie Schwarzarbeit effizient und wirksam bekämpft: Dies zeigen die heute publizierten Berichte des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) über die Umsetzung der flankierenden Massnahmen zum freien Personenverkehr sowie über den Vollzug des Bundesgesetzes gegen die Schwarzarbeit.

Der Bericht des Bundes bestätigt, dass die flankierenden Massnahmen Erwerbstätige wirkungsvoll vor der missbräuchlichen Unterschreitung der in der Schweiz geltenden Lohn- und Arbeitsbedingungen geschützt und somit ihr Ziel erreicht haben. Seit Inkrafttreten des freien Personenverkehrs und der Öffnung des Arbeitsmarktes gegenüber der EU sind die Reallöhne in der Schweiz jährlich um durchschnittlich 0.6 Prozent angestiegen. Lohnunterbietungen sind in einzelnen Branchen festzustellen, die grösstenteils über einen allgemein verbindlich erklärten Gesamtarbeitsvertrag (ave GAV) verfügen und von den Paritätischen Berufskommissionen der Sozialpartner überwacht werden. Die in der Schweiz geltenden Löhne wurden von den kontrollierten Betrieben überwiegend eingehalten. Bei Missbräuchen verfügen die Vollzugsorgane über die nötigen Instrumente, um gezielt eingreifen zu können.

Die kantonale Tripartite Kommission (TPK) beobachtet in Branchen ohne ave GAV den Arbeitsmarkt hinsichtlich missbräuchlicher Unterbietungen der üblichen Löhne und definiert Risikobranchen, die verstärkt beobachtet und kontrolliert werden. Die Kontrollintensität wurde nach Vorgabe des Bundes erneut erhöht. Die konsequent aufgrund einer Risikoeinschätzung und auf Verdacht hin durchgeführten Kontrollen richten den Fokus auf gefährdete Branchen, Betriebe und Personengruppen, bei welchen am ehesten Verstösse vermutet werden.  

2’380 Arbeitgeber mit über 4’172 Arbeitnehmenden kontrolliert

Die kantonale TPK hat im letzten Jahr 2’380 in- und ausländische Arbeitgeber mit 4’172 Arbeitnehmern sowie 128 Selbständigerwerbende kontrolliert und die Kontrollvorgaben des Bundes wie in den Vorjahren übertroffen. In 409 Fällen wurden Lohnunterbietungen festgestellt und die betroffenen Arbeitgeber im Rahmen des gesetzlich vorgesehenen Verständigungsverfahrens zur Nachzahlung der vorenthaltenen Lohndifferenzen sowie zur Anpassung des Arbeitsvertrages (bei Schweizer Arbeitgebern) aufgefordert. Nebst stichprobeartigen Kontrollen sowie Kontrollen auf Verdacht hin in sämtlichen Branchen fokussierten sich die Kontrollen im Jahr 2018 auf die Risikobranchen Autogewerbe, Boden- und Parkettgewerbe, Detailhandel, Maschinenbau, Veranstaltungsorganisationen sowie das Gesundheits- und Sozialwesen. Die Zahl der Verstösse ergibt sich aus der explizit risikobasierten Kontrollstrategie, die Resultate sind daher nicht repräsentativ für die Gesamtsituation am Zürcher Arbeitsmarkt und mit Vorsicht zu interpretieren.

Konsequenter Vollzug im Kanton Zürich

Das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) des Kantons Zürich ist für die Umsetzung des Entsendegesetzes im Rahmen der flankierenden Massnahmen verantwortlich und sanktioniert Verletzungen der minimalen Arbeits- und Lohnbedingungen sowie der Mitwirkungspflichten. So verhängte es 2018 gegenüber ausländischen Unternehmen und Selbständigerwerbenden insgesamt 622 Verwaltungsbussen und 232 Dienstleistungsverbote.

Die flankierenden Massnahmen sind ein wichtiges Dispositiv zur Bekämpfung von Missbräuchen am Arbeitsmarkt und beruhen auf einer engen Zusammenarbeit zwischen den Paritätischen Berufskommissionen und dem AWA. Der Kanton ist auf die gut funktionierende Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern angewiesen, welche dem Kanton Verstösse von Unternehmen gegen das Entsendegesetz in ihren jeweiligen Branchen zur Sanktionierung melden. Nur so kann das arbeitsmarktliche Kontrollsystem seine volle Wirkung entfalten. Wie bereits im Vorjahr wurden dem Kanton von den Paritätischen Berufskommissionen nur gegen 60 Prozent der von diesen festgestellten Verstössen gegen die Arbeits- und Lohnbedingungen durch ausländische Unternehmen weitergeleitet. Daher ist keine weitere Verschärfung der flankierenden Massnahmen notwendig, sondern eine rasche Umsetzung des Aktionsplanes des SECO, welcher für die Paritätischen Berufskommissionen eine Professionalisierung ihrer Tätigkeit, eine Verbesserung der Zusammenarbeit mit dem Kanton, eine Verkürzung der Bearbeitungszeit der Dossiers sowie die konsequente Umsetzung des bestehenden, bewährten Systems vorsieht.  

Effiziente Kontrollen und erfolgreiche Zusammenarbeit der Behörden bei der Bekämpfung der Schwarzarbeit

Bei der Schwarzarbeitsbekämpfung werden erfolgreich Synergien mit den flankierenden Massnahmen genutzt. Kontrolliert wurden Arbeitgebende, Arbeitnehmende und Selbständigerwerbende auf die Einhaltung der Melde- und Bewilligungspflichten des Sozialversicherungs-, Ausländer- und Quellensteuerrechts. Die Zahl der Betriebskontrollen betrug im Jahr 2018 1‘577, jene der Personenkontrollen 2’865. Durch die Kontrolltätigkeit wurden im Jahr 2018 147 Fälle von Schwarzarbeit aufgedeckt.

Neben der Durchführung von Betriebs- und Personenkontrollen leistet der Kanton im Bereich der Schwarzarbeit Koordinationsaufgaben. Es leitet Verstösse und Verdachtsfälle, die dem AWA übermittelt wurden, den zuständigen Spezialbehörden wie beispielweise den Sozialversicherungen oder den Steuerbehörden zur detaillierten Abklärung weiter. Diese Koordination entfaltet bei der Bekämpfung der Schwarzarbeit eine grosse Wirksamkeit. Durch diesen Informationsfluss wurden in 185 Fällen im Ausländerrecht, in 244 Fällen im Sozialversicherungsrecht und in 40 Fällen im Quellensteuerrecht von den Spezialbehörden Schwarzarbeit aufgedeckt und dem AWA zurückgemeldet. Aufgrund einer Revision des Schwarzarbeitsgesetzes wurden die Informationspflichten verstärkt, die Zusammenarbeit zwischen dem AWA und den Spezialbehörden, Gerichten und Strafverfolgungsbehörden wurde in den vergangenen Jahren stetig optimiert.

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15 Jahre Schweizer Lohnschutz

Bern, 23.05.2019 – Die flankierenden Massnahmen sind vor fünfzehn Jahren in Kraft getreten, um der Befürchtung eines Lohndruckes aufgrund der Öffnung des Schweizer Arbeitsmarktes zu begegnen. Das Bundesgesetz gegen die Schwarzarbeit (BGSA) ermöglicht seit mehr als zehn Jahren die Bekämpfung der Schwarzarbeit. Die beiden am 23. Mai 2019 veröffentlichten Berichte zeigen auf, dass die Kontrolldichte auf dem Arbeitsmarkt auch 2018 hoch blieb und ein System gewährleistet ist, welches es ermöglicht, Verstösse gezielt dort zu bekämpfen, wo deren Risiken hoch sind.

Mit der Einführung der flankierenden Massnahmen vor 15 Jahren wurde ein Paradigmenwechsel vollzogen. Durch den Wegfall der Bewilligungspflicht für ausländische Arbeitnehmer wurde das System durch gezielte Ex-post-Kontrollen und die Einrichtung einer umfassenden Arbeitsmarktbeobachtung, einschliesslich Kontrollen bei Schweizer Arbeitgebern, ersetzt. Dieser Mechanismus stärkt die Rolle der Sozialpartner.

In diesen fünfzehn Jahren hat sich die Anzahl Kontrollen erhöht und auf hohem Niveau stabilisiert. Parallel zu dieser Entwicklung hat sich die Qualität der Kontrollen verbessert. Seit 2004 hat sich das System der flankierenden Massnahmen weiterentwickelt. Die verschiedenen Anpassungen der Gesetzgebung und des Vollzuges haben den Gesetzesvollzug effektiver, effizienter und auf die Risiken des Arbeitsmarktes basierend gemacht.

Umsetzung der flankierenden Massnahmen zum freien Personenverkehr
Im Jahr 2018 überprüften die Vollzugsorgane die Einhaltung der Arbeits- und Lohnbedingungen bei 173’000 Personen und bei mehr als 42’000 Betrieben in der Schweiz. Auf nationaler Ebene wurden 7% der Schweizer Betriebe, 35% der entsandten Arbeitnehmer und 31% der selbständigen Dienstleistungserbringer kontrolliert. Für Schweizer Betriebe blieben die von den kantonalen tripartiten Kommissionen (TPK) erfassten Lohnunterbietungsquoten im Zeitraum von 2017 bis 2018 mit 13% stabil, ebenso wie die von den paritätischen Kommissionen (PK) im Jahr 2018 erfassten Verstösse gegen Mindestlöhne mit 24%. Andererseits sanken die Quoten bei den Entsendungen von 16% auf 15% der von den TPK festgestellten Lohnunterbietungen und von 25% auf 21% der von den PK festgestellten Verstösse der Mindestlöhne. Unter den 5’858 selbständigen Dienstleistungserbringern wurden in 6% der Fälle eine Scheinselbständigkeit vermutet. Die Vollzugsorgane wenden eine risikobasierte Kontrollstrategie an. Die so berechnete Unterbietungsquote und Mindestlohnverstösse sind daher nicht repräsentativ für den gesamten Arbeitsmarkt und müssen mit Vorsicht interpretiert werden. Positiv zu vermerken ist, dass sich die Erfolgsquote der Verständigungsverfahren im Jahr 2018 bei den Entsendebetrieben auf 85% verbessert hat. Mehr als 50% davon wurden bei Schweizer Arbeitgebern durchgeführt. Die flankierenden Massnahmen sind ein notwendiges Instrument zur Missbrauchsbekämpfung. Dieses handelt gezielt und auf der Grundlage einer nachhaltigen Zusammenarbeit zwischen den Sozialpartnern und den staatlichen Behörden.

Schwarzarbeitsbekämpfung auf stabilem Niveau
Im Rahmen der Schwarzarbeitsbekämpfung wurden im Jahr 2018 mit dem Einsatz von gesamtschweizerisch rund 78 Vollzeitstellen 12’023 Betriebs- und 37’111 Personenkontrollen durchgeführt. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer Zunahme um 0.4% bei den Betriebs- und 2.9% bei den Personenkontrollen. Die Kantone haben dabei schwerpunktmässig im Bauhaupt- und Baunebengewerbe, im Gastgewerbe sowie im Handel Kontrollen durchgeführt.

Mit 15’740 Verdachtsmomenten und 4’134 Rückmeldungen der Spezialbehörden an die kantonalen Kontrollorgane über getroffene Massnahmen und verhängte Sanktionen war auch in diesen Bereichen eine Zunahme von 18% bzw. 36% im Vergleich zum Kontrolljahr 2017 festzustellen. Die Zunahme der Rückmeldungen der Spezialbehörden dürfte grossmehrheitlich auf die per 1. Januar 2018 in Kraft getretene Revision des Bundesgesetzes gegen die Schwarzarbeit zurückzuführen sein. Das revidierte Gesetz verpflichtet neu die Verwaltungs- und Gerichtsbehörden sowie die Staatsanwaltschaften, die Kontrollorgane, die in die Sachverhaltsabklärung involviert waren, über rechtskräftige Entscheide und Urteile zu informieren.

Eine weitere Auswirkung der Revision des Schwarzarbeitsgesetzes hat sich bei der Anzahl Nutzer des vereinfachten Abrechnungsverfahrens gezeigt. Im Zuge der Revision wurden Kapitalgesellschaften und Genossenschaften sowie im eigenen Betrieb mitarbeitende Ehegatten und Kinder vom vereinfachten Abrechnungsverfahren ausgeschlossen. Die Zahl der Anwender dieses Verfahrens sank von 69’875 Arbeitgebern im Jahr 2017 auf 67’774 Arbeitgeber im Jahr 2018. Weiter wurden im Jahr 2017 die Löhne von 76’444 Arbeitnehmenden und Beiträge von insgesamt rund 29 Millionen Franken über dieses Verfahren abgerechnet.

Synergien zwischen FlaM und BGSA
Durch die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch der Vollzugsorgane der flankierenden Massnahmen und des Bundesgesetzes gegen die Schwarzarbeit können Verstösse gegen die Lohn- und Arbeitsbedingungen sowie Schwarzarbeit verstärkt bekämpft werden. Der risikobasierte Vollzug des BGSA und der flankierenden Massnahmen trägt seit nunmehr 10 respektive 15 Jahren massgeblich zu fairen Lohn- und Arbeitsbedingungen in der Schweiz bei.

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Bundesamt für Zivildienst beschränkt die Anerkennung neuer Einsatzbetriebe

Thun, 23.05.2019 – Das Bundesamt für Zivildienst (ZIVI) erkennt ab 1. Juli 2019 nur noch gezielt neue Einsatzbetriebe an. Es stellt damit sicher, dass kein Überangebot von Einsatzplätzen in einzelnen Tätigkeitsbereichen und Kantonen entsteht und weiterhin möglichst viele Einsätze in den bestehenden Schwerpunktprogrammen «Pflege und Betreuung» sowie «Umwelt- und Naturschutz» stattfinden. Durch das Aussetzen von Neuanerkennungen verbessert sich die Möglichkeit anerkannter Einsatzbetriebe, Zivis einzusetzen.

Einsatzbetriebe werden ab 1. Juli 2019 nur noch dann neu anerkannt, wenn sie Einsätze in den Schwerpunktprogrammen «Pflege und Betreuung» sowie «Umwelt- und Naturschutz» anbieten. Zudem muss der Auslastungsgrad der bereits bestehenden Einsatzplätze (Kennziffer zum Grad der Nutzung von Einsatzplätzen) im jeweiligen Tätigkeitsbereich eines neuen Einsatzbetriebes im betreffenden Kanton höher als 25% sein. Ein ausgewogenes Verhältnis von Angebot und Nachfrage ist für die Effizienz des Vollzugs wichtig. Für Betriebe im Tätigkeitsbereich «Katastrophen und Notlagen» sowie für Betriebe in Randregionen gelten Ausnahmeregelungen. Bei allen übrigen interessierten Betrieben setzt das ZIVI die Neuanerkennung aus und stellt damit die Steuerung von Angebot und Nachfrage sicher.

Steuerung von Bedarf und Nachfrage

Um den starken Anstieg der Anzahl Zivis ab 2009 zu bewältigen, hat das ZIVI bis 2015 die Anzahl an Einsatzbetrieben und Einsatzplätzen gezielt erhöht, damit die Zivis ihre Diensttage auch weiterhin leisten können. Jährlich werden mehrere hundert Einsatzbetriebe, die den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, neu anerkannt; bestehende Betriebe ziehen ihre Anerkennung zurück resp. das ZIVI widerruft ihre Anerkennung. Gesamthaft nahm die Zahl der Einsatzbetriebe 2018 gegenüber dem Vorjahr um 64 Betriebe ab. Die Nutzung der angebotenen Einsatzplätze variiert je nach Tätigkeitsbereich und Kanton. Es müssen immer genügend freie Einsatzplätze verfügbar sein, damit Zivis jederzeit ihrer Dienstpflicht nachkommen können. Die Anzahl geleisteter Diensttage ging per 31.12.2018 gegenüber dem Vorjahr um 6.6 % zurück und dürften langfristig kontinuierlich weiter auf 1,3 Mio. Diensttage bis 2030 sinken (aktuell: 1,7 Mio. Diensttage), falls die vom Bundesrat verabschiedeten Massnahmen zur substanziellen Reduktion der Zulassungen in Kraft treten. Die Wirksamkeit der Beschränkung wird von ZIVI periodisch überprüft. Sollte sich die Ausgangslage verändern, kann die Beschränkung angepasst werden.

Wirkung, Bedarf und Nachfrage

Um die Wirkung der Einsätze zu steuern, bestehen im Zivildienst seit 2004 Schwerpunktprogramme im Bereich der Pflege, Betreuung und Umwelt. Zivis leisten ihren langen Einsatz von 180 Tagen in diesen Schwerpunktprogrammen. Das Angebot an Einsatzplätzen muss aus Gründen der Arbeitsmarktneutralität grösser als die Nachfrage sein. Aus Gründen der Effizienz des Vollzugs ist der Überhang des Angebots an bestehenden Einsatzplätzen zu steuern. Das Zivildienstgesetz sieht insbesondere vor, dass das ZIVI Gesuche von Einsatzbetrieben um Anerkennung ablehnen kann, wenn in einem Tätigkeitsbereich die Zahl der Einsatzmöglichkeiten bedeutend grösser als die Nachfrage nach entsprechenden Einsätzen ist. Von dieser Steuerungsmöglichkeit macht das ZIVI nun Gebrauch. 2017 hat das ZIVI bereits die Anerkennung neuer Einsatzbetriebe im Tätigkeitsbereich Landwirtschaft ausgesetzt.

Arbeitslosenversicherung: Abschluss der Jahresrechnung 2018

Bern, 09.04.2019 – Die Arbeitslosenversicherung schliesst die Jahresrechnung 2018 mit einem Überschuss von 1,17 Milliarden Franken. Somit sinken die Darlehensschulden per Ende 2018 auf 1,1 Milliarden Franken. Die Prognose zur Arbeitsmarktentwicklung lässt erwarten, dass die Arbeitslosenversicherung bis Ende Dezember 2019 vollständig entschuldet werden kann.

Rechnung 2018
Der Ausgleichsfonds der Arbeitslosenversicherung (ALV) schloss das Rechnungsjahr 2018 mit einem Gesamtertrag von 7,86 Milliarden Franken (2017: 7,72) und Gesamtaufwendungen von insgesamt 6,69 Milliarden Franken (2017: 7,32) ab. Der Überschuss betrug 1,17 Milliarden Franken (2017: 401 Millionen). Im Jahresdurchschnitt waren 118’103 Arbeitslose bei der ALV registriert; dies entspricht einer Quote von 2,6% (2017: 143’142; 3,2%). Aufgrund des Überschusses konnten im Jahr 2018 Darlehen von 1,1 Milliarden Franken an die Bundestresorerie zurückbezahlt werden. Somit sinken die Darlehensschulden per Ende 2018 von 2,2 Milliarden Franken auf total 1,1 Milliarden Franken. Die gesetzlich vorgeschriebene Schuldenobergrenze belief sich auf 7,8 Milliarden Franken.

Zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung sind die Revision des Jahresabschlusses durch die Eidgenössische Finanzkontrolle sowie die formelle Genehmigung der Jahresrechnung durch den Bundesrat noch ausstehend.

Budget 2019
Gemäss Budget resultieren 2019 ein Gesamtertrag von 8,00 Milliarden Franken (inkl. 507 Millionen Franken finanzielle Beteiligung des Bundes) und Aufwendungen von insgesamt 6,47 Milliarden Franken. Daraus ergibt sich ein Überschuss von 1,53 Milliarden Franken. Die Arbeitslosenversicherung rechnet für 2019 mit einem Jahresdurchschnitt von 109’200 Arbeitslosen (Quote: 2,4%). Die aktuellen Finanzplandaten basierend auf der Prognose zur Arbeitsmarktentwicklung lassen erwarten, dass der Fonds die restlichen Darlehen von 1,1 Milliarden Franken an die Bundestresorerie zurückzahlen wird und somit bis Ende Dezember 2019 vollständig entschuldet werden kann.

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Schweizer Stellenmarkt legt Anfang 2019 im Vergleich zum Vorjahr nochmals um 7% zu

Zürich, 8. April 2019 – Schweizer Unternehmen schreiben im ersten Quartal 2019 knapp 7% mehr Stellen aus als noch im Vorjahr. Dies zeigt die wissenschaftlich fundierte Erhebung des Adecco Group Swiss Job Market Index des Stellenmarkt-Monitors der Universität Zürich. Alle Regionen legen im Vergleich zum Vorjahr zu, besonders stark die Ostschweiz. Die meisten Berufsgruppen tragen zu diesem Aufschwung bei, nur wenige verharren auf Vorjahresniveau.

Der Adecco Group Swiss Job Market Index nimmt im Frühjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 7% zu, bleibt im Vergleich zum Vorquartal jedoch stabil. «Eine Betrachtung der aktuellsten Entwicklungen zeigt eine weitgehende Stagnation in fast allen Berufsgruppen im Vergleich zum Vorquartal. Es bleibt abzuwarten, wie sich die nächsten Quartale dieses Jahr entwickeln, um abschätzen zu können, ob sich die gedämpften Konjunkturprognosen im Stellenmarkt abbilden», kommentiert Nicole Burth, CEO der Adecco Gruppe Schweiz.
An erster Stelle: Berufe des Unterrichts und der öffentlichen Dienstleistungen mit stärkstem Wachstum

Die Zahl der Stellenausschreibungen aller Berufsgruppen nahm im ersten Quartal 2019 gegenüber dem Frühjahr 2018 zu oder blieb vergleichbar hoch. Wie schon im letzten Quartal zeigen sich deutlich positive Veränderungen in den Berufen des Unterrichts und der öffentlichen Dienstleistungen. Diese Berufsgruppe verzeichnet aktuell ein Plus von 19% im Vergleich zum Frühling des Vorjahres. Beispielsweise werden vermehrt Lehrpersonen und Personen im Erziehungsbereich gesucht; aber auch in den Berufen des Rechts und der Sicherheit werden mehr Stellen ausgeschrieben. «Wir gehen davon aus, dass durch die gestiegene Anzahl schulpflichtiger Kinder mehr Lehrpersonen eingestellt werden müssen, aber auch im vorschulischen und nachobligatorischen Bereich beobachten wir aktuell eine Zunahme der Stellenausschreibungen», fügt Anna von Ow vom Stellenmarkt-Monitor Schweiz an. Auch nahmen im Vergleich zum Frühjahr des letzten Jahres Stellenausschreibungen zu, in denen die Unternehmen nach Berufsleuten aus Management und Organisation suchen (+16%; z.B. mittleres Kader wie Bereichs-, Projektleitende). Zudem ist die Nachfrage nach Informatikfachleuten weiter gestiegen (+13%; z.B. ProgrammiererInnen).

Verhalten positive Entwicklungen lassen sich im Frühjahr 2019 mit einem Anstieg von 5 bis 7% im Vergleich zum entsprechenden Quartal im Vorjahr in den folgenden Berufsgruppen beobachten: Berufe von Bau und Ausbau sowie von Technik und Naturwissenschaften (z.B. Ingenieur- und Technikberufe), Berufe der Gesundheit (z.B. ApothekerInnen, PhysiotherapeutInnen, Hebammen oder ZahnärztInnen), aber auch in den Berufen des Gastgewerbes und der persönlichen Dienstleistungen, wozu beispielsweise Service-, Empfangs- und Küchenpersonal sowie Berufe der öffentlichen Hygiene, der Reinigung sowie sonstiger Dienstleistungen gehören.

50+ auf Regionalen Arbeitsvermittlungszentren

Bern, 01.04.2019 – Bundesrat Guy Parmelin hat sich am 1. April 2019 mit Vertreterinnen und Vertretern von Organisationen 50+ in Bern getroffen. Im Mittelpunkt stand das Thema „Regionale Arbeitsvermittlungszentren“. Der Austausch diente der Vorbereitung der fünften Nationalen Konferenz „ältere Arbeitnehmende“, die am 3. Mai 2019 in Bern stattfinden wird.

Zum ersten Mal hat sich Guy Parmelin in seiner neuen Funktion als Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF), mit Organisationen getroffen, die Betroffene vertreten oder sich spezifisch mit Fragen älterer Arbeitnehmender befassen. Begleitet wurde er von Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit im SECO. Ebenfalls beim Treffen dabei waren Bruno Sauter, Präsident des Verbandes Schweizerischer Arbeitsmarktbehörden(VSAA) und VSAA-Direktorin Ursula Kraft.

Beim Treffen im Bernerhof betonte Bundesrat Parmelin, dass ihm der Einbezug der Betroffenenorganisationen und die offene Diskussion wichtig seien. Er würdigte das grosse Engagement der öffentlichen Arbeitsvermittlung in den Kantonen und im VSAA und zeigte sich überzeugt, dass der Austausch zur Verbesserung der Situation der älteren Stellensuchenden beiträgt.

Kantonales Projekt „Jobjäger“ vorgestellt

Die Vertreter der VSAA gaben einen Überblick über die verschiedenen Strategien und Massnahmen der Kantone für die rasche und dauerhafte Wiedereingliederung von älteren Stellensuchenden und zeigten auf, wie das Angebot der öffentlichen Arbeitsvermittlung im VSAA als starkem Fachverband stetig weiterentwickelt wird. Als ein konkretes Beispiel stellten Vivian Biner, Dienststellenleiter des Arbeitsamtes Schaffhausen, sowie Bruno Büchi, Ressortleiter Arbeitsmarktliche Massnahmen im Arbeitsamt Schaffhausen, das Programm „Jobjäger“ vor. David Fellay, Leiter Arbeitsvermittlung, berichtete exemplarisch über die Beratung, Wiedereingliederung und Vermittlung von älteren Stellensuchenden im Kanton Wallis.

Parlament und Sozialpartner gaben geschlossenes Format vor
Mit der Annahme des Postulates von Ständerat Paul Rechsteiner (SP, SG) hatte das Parlament den Bundesrat beauftragt, eine Nationale Konferenz zum Thema „ältere Arbeitnehmende“ durchzuführen. Am 3. Mai. 2019 findet die fünfte Konferenz statt.

Sie wird gemäss Anliegen von Parlament und Sozialpartnern nach dem Modell der Lehrstellenkonferenz gestaltet: Das heisst, der Teilnehmerkreis ist auf Bund, Kantone und Sozialpartner beschränkt.

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Beratungspraxis der RAV – Strategien und Herausforderungen


Stellensuchende Personen bewegen sich in einem immer komplexeren, sich raschverändernden Arbeitsmarkt. Aufgrund dieser Herausforderung gewinnt im Zuge deraktivierenden Arbeitsmarktpolitik die Beratungstätigkeit in den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) zunehmend an Bedeutung. Dies sind die Ergebnisseeiner Untersuchung der Arbeitsmarktbeobachtung Ostschweiz, Aargau, Zug und Zürich (AMOSA) zur Beratungspraxis in der öffentlichen Arbeitsvermittlung.

Beratung bindet einen Grossteil der personellen Ressourcen und nimmt eine Schlüsselfunktion bei der raschen und nachhaltigen Reintegration betroffener Personen in den Arbeitsmarkt ein. Personalberatende nehmen im Beratungssetting verschiedene Aufgaben wahr. Im Rahmen von regelmässig vereinbarten Beratungsgesprächen prüfen sie den Einsatz arbeitsmarktlicher Massnahmen, nehmen Stellenzuweisungen vor und kontrollieren die Reintegrationsbemühungen der stellensuchenden Personen. Die Interaktion zwischen Beraterin oder Berater und den Stellensuchenden findet hauptsächlich in regelmässigen Beratungsgesprächen statt. Dort werden Standortbestimmungen vorgenommen, Bewerbungskompetenzen gestärkt und gemeinsam zielführende Wiedereingliederungsstrategien festgelegt. AMOSA untersuchte die Beratungspraxis in den RAV anhand von detaillierten Registerdaten des Staatssekretariats für Wirtschaft zu den stellensuchenden Personen und einer repräsentativen Umfrage unter rund 400 Personalberatenden.

Hohe Dynamik der Beratungspraxis

Die Beratungspraxis ist in einem stetigen Entwicklungsprozess und passt sich laufend den
Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt an. Dabei spielen konjunkturelle Entwicklungen und vom Bund vorgegebene institutionelle Anpassungen ebenso eine Rolle wie strategische Entscheide in den kantonalen Arbeitsmarktorganisationen oder die Struktur und Segmentierung der stellensuchenden Personen. So stieg beispielsweise die Beratungskadenz in einem Umfeld von konjunkturell bedingten steigenden Stellensuchendenzahlen von rund 30 Kalendertagen im Jahr 2010 auf rund eineinhalb Monate im Jahr 2016. Innerhalb des gesetzlichen Rahmens nutzen die Kantone jedoch ihren Spielraum bei Ausgestaltung ihrer Beratungspraxis im Einklang mit deren Strategien und Rahmenbedingungen.

Beratung und Kontrolle als komplexes Spannungsfeld

Die Beratung der öffentlichen Arbeitsvermittlung, deren Rahmen durch das Arbeitslosenversicherungsgesetz vorgegeben ist, findet in einem komplexen Spannungsfeld zwischen individueller Beratung und Kontrolle statt. Dies bedeutet, eine individuelle auf die Bedürfnisse der stellensuchenden Personen ausgerichtete professionelle Beratung sicherzustellen während gleichzeitig Pflichten eingefordert und Zielkonflikte vermieden werden müssen. Beraterinnen und Berater sind mit diesen Herausforderungen laufend konfrontiert – im individuellen Verlauf einer Arbeitslosigkeit und mit jeder stellensuchenden Person von neuem. Eine Schlüsselfunktion nimmt die Übereinstimmung von Beratungszielen, Wiedereingliederungsstrategien und gegenseitiger Akzeptanz ein. Gelingt es dem Berater auf Basis einer professionellen Arbeitsbeziehung Bewerbungskompetenzen zu fördern und Instrumente der Arbeitslosenversicherung wie arbeitsmarktliche Massnahmen oder Zuweisungen gezielt einzusetzen, sind die Erfolgschancen für eine nachhaltige Reintegration am besten.

Ausbildungs- und Erwerbsbiographien als Herausforderung

Ein besonderes Augenmerk wurde auf die Herausforderungen im Berufsalltag der Beraterinnen und Berater gelegt, welche wesentlich von der betrachteten Zielgruppe abhängen. Die zunehmend relevante Gruppe hochqualifizierter Stellensuchender stellt hohe Ansprüche an die Beraterinnen und Berater. Hier gilt es vorhandene Fähigkeiten und vertieftes Know-how rasch zu erkennen und zu aktivieren. Da Hochqualifizierte vor ihrer Stellensuche häufig fest im Arbeitsleben verankert waren und mit den aktuellen Bewerbungspraktiken nicht immer vertraut sind, gilt es deren Bewerbungskompetenzen rasch zu optimieren. Den Personalberatenden steht dabei ein vergleichsweise knappes Angebot an arbeitsmarktlichen Massnahmen zu Verfügung, welches jedoch laufend ausgebaut und den Bedürfnissen angepasst wird. Bei geringqualifizierten Stellensuchenden stehen hingegen oft eher fehlende Ausbildungsmöglichkeiten und das geringe Angebot offener Stellen mit niedrigen Qualifikationsanforderungen im Fokus.

Generell zeigt sich, dass die Ausbildungsbiographien und beruflichen Werdegänge von stellensuchenden Personen immer vielfältiger werden. Dies stellt höchste Anforderungen an die Beraterinnen und Berater der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) und übersteigt immer öfter den eigentlichen Kernauftrag der öffentlichen Arbeitsvermittlung. Basierend auf den Studienergebnissen unterstützt AMOSA die Kantone auch über das Projektende hinaus bei der weiteren Optimierung ihrer Wiedereingliederungsstrategien. Dabei kommt dem Wissenstransfer der Ergebnisse eine besondere Bedeutung zu.

Die Studie «Beratungspraxis der RAV – Strategien und Herausforderungen» kann ab dem 25. März 2019 heruntergeladen werden unter www.amosa.net oder als Druckversion gratis bestellt werden.

Mehr zum Thema

Was ist AMOSA?

Ausgehend von der Erkenntnis, dass der Arbeitsmarkt keine Kantonsgrenzen kennt, haben sich die Arbeitsmarktbehörden der Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Glarus, Graubünden, Schaffhausen, St. Gallen, Thurgau, Zug und Zürich zur gemeinsamen Arbeitsmarktbeobachtung AMOSA zusammengeschlossen. Diese untersucht praxisbezogene Fragestellungen aus dem Arbeitsmarkt wissenschaftlich. Basierend auf den Ergebnissen erarbeitet AMOSA gemeinsam mit den Kantonen zielführende Massnahmen. Vertiefende Informationen zu den Studienergebnissen finden sich ab dem 25. März 2019 unter www.amosa.net

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Lohnbuch Schweiz 2019

Das «Lohnbuch Schweiz 2019» gibt einen umfassenden Überblick zu orts-, berufs- und branchenüblichen Löhnen sowie Mindestlöhnen in der Schweiz.

Alle Löhne der Schweiz auf einen Blick

Das «Lohnbuch Schweiz 2019» des Amtes für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich gibt einen umfassenden Überblick zu orts-, berufs- und branchenüblichen Löhnen sowie Mindestlöhnen in der Schweiz.

Der diesjährige Gastbeitrag stammt von Dr. Michael Siegenthaler und Dr. Alexander Rathke von der Konjunkturforschungsstelle der ETH zum Thema «Reallöhne in der Schweiz: Auf fette folgen magere Jahre».

Lohnbuch Schweiz 2019
Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich, 768 Seiten, Orell Füssli Verlag, Zürich

ISBN 978-3-280-05701-8

Wertvolle BerechnungsgrundlageDieses Nachschlagewerk ist einzigartig in der Schweiz und bietet auf 768 Seiten einen umfassenden Überblick über mehr als 9’400 in der Schweiz gültige Branchen-, Berufs- und Mindestlöhne. Die Lohnangaben stammen aus Gesamtarbeitsverträgen sowie Empfehlungen und Statistiken schweizerischer Berufs- und Arbeitgeberverbände. Korrelationstabellen erlauben für die verschiedenen Branchen eine optimale Anpassung an Ortsüblichkeiten der Schweizer Grossregionen. Die Definition der Löhne wird den Lesern durch das Lohnbuch nicht vorweggenommen, sondern diese erhalten hierzu eine hilfreiche, wertvolle Berechnungsgrundlage. Es liefert die Basis, um faire Lohnbedingungen zu fördern und Unterbietungen der Löhne entgegenzuwirken. Dank der Initiative des Kantons Zürich und einer interkantonalen Zusammenarbeit liegt es nun vor – mit benutzerfreundlichem neuem Konzept: das Standardwerk für die ganze Schweiz.

Bestellung Lohnbuch Schweiz 2019

Das Lohnbuch Schweiz 2019 kann beim Orell Füssli Verlag bestellt werden. Dies gilt für die Print-, sowie die e-Version. Das Lohnbuch wird nicht durch das Amt für Wirtschaft und Arbeit Kanton Zürich vertrieben.

Wichtig zu wissen:
Die bereits gekauften, älteren elektronischen Versionen des E-Lohnbuches stehen der Benutzerin und dem Benutzer immer noch zur Verfügung.

Noch wenig Frauen in medizinischen Kaderpositionen


Im vergangenen Jahr waren in der Schweiz gemäss FMH-Ärztestatistik insgesamt 37’525 Ärztinnen und Ärzte berufstätig. Das sind 625 Ärztinnen und Ärzte mehr als im Vorjahr. Im ambulanten Sektor ist die Ärzteschaft durchschnittlich zehn Jahre älter als ihr Kollegium im stationären Sektor. Durchschnittlich arbeiten in der Schweiz pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner 4,4 Ärztinnen und Ärzte. Der Anteil ausländischer Arbeitskräfte hat weiter zugenommen und beträgt neu 35,4 Prozent. Bei der Ärzteschaft unter 45 Jahren sind Frauen bereits in der Mehrheit.

37’525 Ärztinnen und Ärzte waren 2018 gemäss Ärztestatistik der FMH in der Schweiz berufstätig – 21’543 Männer und 15’982 Frauen. Letztere holen weiter auf: 2017 waren im Bereich Humanmedizin 4668 Studierende im Bachelorstudiengang eingeschrieben (1745 Männer, 2923 Frauen), im Masterstudiengang waren es 3246 Studentinnen und Studenten (1397 Männer, 1849 Frauen). 1434 Ärztinnen und Ärzte haben 2018 einen eidgenössischen Facharzttitel erworben.

Demographische Struktur der Ärzteschaft
Im Vergleich zum Vorjahr hat die Gesamtzahl der Ärztinnen und Ärzte um 625 Personen zugenommen. Fast die Hälfte – 17’609 Ärztinnen und Ärzte – sind inzwischen hauptberuflich im stationären Sektor tätig. Im ambulanten Bereich sind es 19’331 Ärztinnen und Ärzte.

Das durchschnittliche Alter der Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz lag 2018 bei 49,6 Jahren. In der Alterskategorie 30-39 Jahre liegt der Frauenanteil bei 59,6%, bei den 40-49-jährigen Ärztinnen und Ärzten bei 48,3 Prozent, bei den 50-59-Jährigen bei 37,7 Prozent und bei der über 60-jährigen Ärzteschaft bei 24,2 Prozent.

Im Praxissektor ist die Ärzteschaft durchschnittlich zehn Jahre älter als ihr Kollegium im Spitalsektor. Dieser Altersunterschied ist insbesondere auf die Weiterbildung der assistierenden Ärztinnen und Ärzte zurückzuführen, die vorwiegend im Spital absolviert wird. Assistenzärztinnen und Assistenzärzte sind im stationären Bereich durchschnittlich 34,5 Jahre alt, Leitende Ärztinnen und Ärzte 50 Jahre und Chefärztinnen und Chefärzte 55,1 Jahre.

Die durchschnittliche Ärztedichte lag in der Schweiz 2017 bei 4,4 Ärztinnen und Ärzten pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner. Damit ist die Ärztedichte in der Schweiz vergleichbar mit den Ärztedichten der Nachbarländer (Deutschland 4,2, Österreich 5,1, Frankreich 3,2, Italien 4,0).

Fachgebiete und Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland
Das häufigste Fachgebiet der berufstätigen Ärzteschaft ist mit 22,1 Prozent die «Allgemeine Innere Medizin». Auf weiteren Rängen folgen «Psychiatrie und Psychotherapie» (10,2 Prozent), «Gynäkologie und Geburtshilfe» (5,1 Prozent), «Kinder- und Jugendmedizin» (5,0 Prozent) sowie die «Anästhesiologie» (4,1 Prozent). In den generalistischen Fachgebieten «Allgemeine Innere Medizin», «Kinder- und Jugendmedizin» und «Praktischer Arzt» betrug der Anteil der Titelerteilungen im vergangenen Jahr 37,5 Prozent.

35,4 Prozent der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz (13’266 Personen) stammten 2018 aus dem Ausland bzw. haben ihr Medizinstudium im Ausland abgeschlossen. Im Vergleich zum Vorjahr ist ihr Anteil um 1,3 Prozent von 34,1 auf 35,4 Prozent angestiegen (Praxissektor: 31,1 Prozent, Spitalsektor: 39,9 Prozent). Der Grossteil der ausländischen ärztlichen Fachkräfte stammt aus Deutschland (53,8 Prozent), gefolgt von Italien (8,8 Prozent), Frankreich (6,7 Prozent) und Österreich (6,1 Prozent).
Tätigkeitsbereiche

Das durchschnittliche Arbeitspensum der Ärzteschaft in der Schweiz ist im Vergleich zum Jahr 2008 von 9,0 Halbtagen auf 8,8 Halbtage pro Woche gesunken (1 Halbtag = 5,5 Std.).

Von den 19’331 Ärztinnen und Ärzten im Praxissektor sind 81,8 Prozent Praxisinhabende oder Praxisteilhabende. 5,3 Prozent sind als Praxisassistierende oder als Fachärztin oder Facharzt angestellt. Im Spitalsektor bilden die Assistenzärzte in Weiterbildung mit rund 52,8 Prozent die grösste Gruppe. Erwartungsgemäss reduziert sich die Anzahl Ärztinnen und Ärzte mit steigender Hierarchiestufe.

So sind im Spitalsektor 18,7 Prozent der Ärzteschaft als Oberärztin oder Oberarzt tätig, 12,2 Prozent als Leitende Ärztin oder Leitender Arzt und 8,8 Prozent als Chefärztin oder Chefarzt. Der Frauenanteil liegt bei den Assistenzärztinnen und Assistenzärzten bei 58,6 Prozent, auf Oberarztstufe bei 47,9 Prozent, bei der leitenden Ärzteschaft bei 24,5 Prozent und auf Chefarztebene bei 12,4 Prozent.